Donnerstag, 8. September 2011

Mein Mantel ist nicht mehr weiß

Ich höre nicht auf, über mich selbst zu ärgern. Am letzten Samstag habe ich mir einen schönen und sehr preiswerten Mantel von Max Mara ergattert. Meine Freude war groß, aber nicht so lange. Ich dachte, dass ich noch viele schöne Jahre mit meinem neuen Freund verbringen werde. Nach einem harten Arbeitstag habe ich mir gestern ein leckeres Eis erlaubt (so lecker war es auch nicht, wenn ich es zugeben darf). In meinem Kopf war nur ein Gedanke drin während ich mein Eis iss: Pass auf! Nicht kleckern! Vorsichtig! Du hast deinen hellen Mantel an)
Und wenn ich mich recht daran erinnere, habe ich es auch getan. Ich habe mein Eis aufgegessen und war stolz darauf, dass ich so akkurat war (und das bin ich nicht). Erst in der Bahn habe ich gemerkt, dass ich mehrere braunen schockofarbenen Flecken auf meinem neuen Freund. Ich weiß immer noch nicht, wie es passieren könnte. Tja, jetzt ist das kleine Ding nass und ich hoffe, dass alles wieder gut mit uns wird. Laut der Gebrauchsanweisung sollte ich ihn in die chemische Reinigung abgeben...und ich habe es nicht getan. Es bleibt uns nur die Hoffnung.

Freitag, 5. August 2011

Passen Schwarz und Braun zusammen?

Mir wurde immer eingebläut, dass man Schwarz und Braun nicht zusammen kombinieren sollte. Weil ich so ein braves Mädchen bin, habe ich es auch nicht getan. Ihr denkt doch bestimmt, dass ich einen leichten Weg ausgesucht habe, einfach dies zu tun, was von anderen Menschen einfach so behauptet wird. Es gab nie eine Begründung. Ich frage mich heute, ob ich damals nicht experimentierfreudig genug war, um diese Kombination im Griff zu nehmen oder einfach keine Regeln brechen wollte. Ich weiß es nicht. Was mir aber bewusst ist, dass es viel zu viele schlechte Beispiele von misslungenen Braun-Schwarz Kombinationen gab.

Die Kombination von Schwarz und Braun gelingt wenigen Menschen gut. Meistens ist es unschön, ein bisschen depressiv und einfach nicht mein Fall (dies erschwert natürlich die Anzahl der Argumente, die für diese Kombination sprechen). Es gibt aber ein paar Tricks, welche nichtsdestotrotz dies ermöglichen.

Wie geht es denn genau?

Als erstes, könnte man den Unterschied in der Helligkeit zwischen den beiden Farben schaffen. Wie wir wissen oder ahnen, schwarz ist eigentlich keine Farbe ist, es ist ein Minimum von Helligkeit oder die dunkelste Farbe von allen. Und in dem Fall muss Braun mindestens so hell sein, das die beiden Farben nicht miteinander verschmelzen werden.
























Zweitens, könnte man einen Unterschied in der Farbsättigung schaffen. Schwarz ist eine achromatische Farbe und per Definition keine Farbsättigung hat. Braun soll in diesem Fall genug gesättigt sein und dabei von grauen Farbtönen einen Abstand halten können. Man kann zum Beispiel folgende Farben nehmen, wie ockerbraun, rotbraun, orangebraun oder gelbraun. Die Farben sollten am Rande des Überganges von einem braunen in einen gelben, orangefarben oder roten Bereich sein.












































Drittens ist es möglich, die beiden Farben zusammen kombinieren, wenn man einen Unterschied in den Stofftexturen schafft. Es sollten grundsätzlich ganz unterschiedliche Materialien, so wie Wolle und Leder, Samt und Seide, genommen werden. Wollige Textilien machen zum Beispiel den Farbton intensiver und dunkler. Die glatten Stoffe reduzieren hingegen die Farbsättigung des Farbtones. Deswegen wäre vorteilhafter, wenn man für das Braun die glatten Stoffe und für das Schwarz hingegen wollige Textilien nimmt. Umgekehrt kann aber trotzdem gut aussehen, wenn die beiden Farbtönen zum Beispiel unterschiedlich genug hell sind.























Viertens, kann man zu den beiden Farben einen neutralen, hellen Farbton hinzufügen.























Als letztens würde ich die bunten oder gesättigten Farben dazu nehmen, welche Schwarz und Braun im Hintergrund rücken lassen.














































P.S. Die Bilder sind von style.com)))
P.P.S. Wie experimentierfreudig sie ihr?

Montag, 1. August 2011

Was soll ich heute anziehen?

Die Bedeutung der Kleidung wird in der modernen Gesellschaft sehr oft falsch interpretiert. Einerseits machen viele Menschen sich keine Gedanken darüber, was bei der Auswahl der Kleidung beachtet werden soll. Falsche Farben, unpassende Formen, keine Einheitlichkeit zwischen den Elementen oder Kleidungsstücken genau gesagt. Man betont in diesem Fall, dass es überhaupt nicht wichtig ist, was man anhat. Es kommt nur auf die innere Werte an. Anderseits wird die Bedeutung von Kleidung übertrieben und manchmal sogar vergöttert. Es wird den Überblick darüber verloren, was man im Schrank hat und was man sonst noch was braucht. Das Gefühl, dass es nichts zum Anziehen gibt, verlässt diese Menschen nie.

Es ist leider nicht so leicht, einen Menschen zu finden, der in Bezug auf die Kleidung sich angemessen verhält. Ich mag es nicht, wenn die Bedeutung von Kleidung überbewertet wird, weil ihren wirklichen Wert dadurch verloren geht. Ich habe das Gefühl, dass viele von uns mit jedem Kauf, einen Versuch unternehmen, sich dadurch attraktiver und hübscher zu machen. Die Harmonie zwischen den Kleidungsstücken wird dabei nicht als eine Beziehung von etwas zu etwas verstanden. Es steht bei jedem Kauf keine Idee dahinter. So mag ich nicht.

Donnerstag, 2. Juni 2011

Farben

"Wenn du schon nicht aus Rücksicht zu deinen lieben Mitmenschen darauf verzichtest, in Bonbonfarben oder in Kleidern, geschmückt durch Falten, Taschen, Schoße und was weiß ich, herumzulaufen, dann verzichte darauf dir zuliebe. Du kannst es dir ja nicht leisten, einen Pullover nur zweimal zu tragen, bevor du ihn in den Müllkasten wirfst. Man sieht sich einen Pullover in Türkis sehr viel schneller über als einen in Schwarz. Auch du, Ich sehe im Geiste, wie du protestieren möchtest gegen meine Frechheit, von dir zu verlangen, Schwarz zu tragen. Wo du doch so jung bist. Ich habe ja nicht gesagt, dass du dich in Zukunft auf Schwarz beschränken sollst, ich wollte dir aber tatsächlich sagen, dass Schwarz, Grau und Braun nicht nur für Damen von sechzig erfunden wurden. Wenn junge Mädchen wüssten, wie hübsch gerade sie in diesen Farben oft aussehen können, würden sie sie nur noch tragen. Sagt mein Mann. Aber wie gesagt - das sollst du nicht. Es gibt noch sicher andere Farben, die dir stehen. Ich hoffe, dass du nicht so einfallslos bist, dich auf die Modefarben zu beschränken. Die solltest du überhaupt nur tragen, wenn sie dir besonders gut stehen. Es gibt Farben, die keinem stehen, einfach weil sie hässlich sind. Zu diesen gehören für mich Türkis, Orange und Lila. Aber auch unter Rot, Gelb und Grün und Blau finden sich auch abscheuliche Töne. Wenn du dir allerdings Zeit zum Suchen nimmst und dein Auge ein bisschen schulst, kannst du hier und da ein wunderschönes Flaschengrün finden, Weinrot oder Königsblau. Zartrosa kann hübsch sein, ebenso Zartblau. Der eine kann ein blasses Gelb gut tragen, der andere ein kräftigeres. Aber bitte nicht zu kräftig. Es ist genauso hässlich wie ein kräftiges Rot oder Grün. Pasteltöne sind immer hübscher als die kräftigeren. Braun habe ich schon mal empfohlen. Es gibt die herrlichen Brauntöne. Ich liebe sie besonders, vielleicht deshalb, weil ich mir einbilde, dass sie mir besonders gut stehen. Lass es dich zeit und Geduld kosten,herauszufinden, welche Farben zu deinen Augen, deinen Haaren, deinem Tent passen.
Das Leben ist voller Farben; willst du jedoch die schönen Farben, die es überall gibt, genießen, musst du unter den hässlichen leiden. Sich mit den richtigen Farben zu kleiden, ist eine Sache des Gefühls. Du kannst dieses Gefühl erwerben, wenn du dir ein bisschen Mühe gibst, wenn du dich umsiehst, wenn du lange genug suchst und probierst, bevor du ich entscheidest".
Marlies Menge "Schönheit für Anfänger"

Donnerstag, 26. Mai 2011

Jägerin

Es ist ja keine Überraschung, dass man auf den Flohmärkten viele alte oder auch neue Schätze entdecken kann. Ich stehe früh auf, meine Haare sind nicht so ganz im Schuss, greife zum Schrank und nehme das erste, was mehr oder weniger okay aussieht. Mein Aussehen ist mir egal, obwohl ich mir selbst im Moment auch nicht gefalle. Ich gehe auf der Suche nach was neuem, was ich noch nicht habe und nie haben wollte. Ich lebe in der Konsumgesellschaft und will an sich weniger von allem in meinem Leben haben. Das tue ich auch. Auf dem Flohmarkt auch. Es ist mehr als reiner Konsum, es ist eine kleine Jagd. Ich bin eine Jägerin. Keine Sammlerin mehr.

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So habe ich meine Tasche entdeckt. Sie war verdammt schön und so unmöglich groß und so perfekt zum Verreisen geeignet. Eine traurige Tatsache, woran alles scheitern könnte, war natürlich der Preis. Sie war auf keinem Fall günstig. Aber ich war schon verliebt und zwischen uns lagen keine Grenzen mehr. Sie kam mit nach Hause und hat mich schon in Stockholm begleitet. Als nächstes steht Berlin auf dem Programm. Und wer kommt diesmal wieder mit?

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Freitag, 1. April 2011

Meine Garderobe

Vor einigen Monaten habe fast meine komplette Garderobe in den Sekondhandladen gebracht, wo ich auch parallel zu meinem Studium arbeite. Es war keine spontane Entscheidung. Ich habe mich von einem sehr großem Last befreit. Ich habe es einfach losgelassen und bereue es nicht.

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Ich habe darüber gelesen, dass es Schätzungen gibt, dass die durchschnittliche westeuropäische Frau nur etwa zehn Prozent ihrer Garderobe trägt. Ich frage mich, was bleibt es mit dem Rest. Der Rest hängt wahrscheinlich nur umsonst da. Ich wurde in der Sowjetunion geboren und es war immer damals von allem zu knapp und zu wenig. Ich hatte nur ein paar Jeans pro Jahr und habe davon geträumt, drei zu haben. Ich bin erwachsen geworden, verdiene mein eigenes Geld und habe mir selbst meine Träume erfühlt. So viel Konsum und Besitz hat auf keinem Fall mich glücklicher gemacht. Ich blickte irgendwann einfach nicht mehr durch. Ungeliebte, unpassende und ungetragene Kleidungsstücke haben meinen Kleidungsschrank überfüllt. Und wofür? Für das beruhigende Gefühl, dass ich eine große Auswahl habe.

Oh, wenn ich ihr wüsstet, wie ich geliebt habe, die Auswahl zu haben. Ich habe es gemocht, jeden Tag anders zu sein. Mal so und andermal anders. Es war eine Illusion. Ich war immer so von allem verunsichert, fand mich nicht so hübsch und dachte, dass ich was besonders vielleicht sein kann, wenn ich mich besonders schön anziehen würde. Noch eine Illusion, die mich begleitet hat. Ich war oft unzufrieden, weil es so vieles nicht miteinander gepasst hat. Blumen auf den Schuhen zu den Blumen auf meiner Tasche und so weiter und so fort. Vielleicht kennen auch eigene von euch dieses komisches Gefühl. Unzufriedenheit, verlorene Zeit, Illusion, viel zu durchkombiniert.

Man kann sich auch mit wenigen Kleidungsstücken ausdrücken. Vielleicht sagt mein bunter Schal viel mehr über mich aus, als dies, was ich alles im letztem Jahr durchkombiniert habe...

Sonntag, 13. März 2011

Lieblingsteil Pawlower Schal

Wenn ich genug habe vom schlechten Wetter oder einfach schlecht gelaunt bin, hole ich ein buntes Tuch aus meiner Kiste raus und fühle mich wie eine kleine Fee ohne jegliches Vorhaben zu zaubern.
Ich habe sehr lange von so einem geträumt. Es war mein allergrößter Wunsch zu Weihnachten. Ich war aber sehr wahrscheinlich nicht brav genug letztes Jahr und habe keine Tücher unter meinem Baum entdeckt. Na ja, wenn wir ganz ehrlich bin, habe ich eins gefunden. Und es war im Braun. Es klappt leider bei uns nicht so richtig...ich und braun...viele meinen, dass braun mir extrem gut passe, ich habe braune Augen und bla-bla-bla...Ich fühle mich aber nicht so wohl und nicht so hübsch und nicht so sicher, wenn ich braun trage.
Meine Freundin hat mich vor zwei Wochen besucht und hat als Geschenk zwei schwarze bunte Blumentücher und ein paar Gummistiefel gebracht. Die Gummistiefel stehen noch im Flur und warten vergeblich auf Regen. Es ist auch wahrscheinlich gut so. Die Tücher hingegen werden jeden Tag ausgeführt.
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Sie bestehen zu 100% aus Wolle und halten super gut meinen Hals warm. Ich fühle mich so wohl, wenn ich es anhabe. Die Tücher sind so schön warm, aber nicht zu warm. Sie passen zu so vielen Kleidungsstücken, die ich schon im Schrank habe, vor allem, wenn sie eintönig sind. In meiner schwarzen Jacke sehe ich vielleicht immer noch langweilig schwarz, aber mit meiner persönlichen Note.

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Samstag, 29. Januar 2011

In der letzte Zeit bin ich so wütend auf die ganze Welt, es ist Januar. Ich hasse diese kurze Tage und diese lange Nächte. Ich mag auch unseren Nachbar von oben nicht. Er treibt irgendwelche schwachsinnige Sachen bis 4.00 morgens früh und lässt mich nicht in meiner Ruhe schlafen. Und wenn die Heizung neben meinem Bett an ist, geht mir nicht so gut. Ich kriege Kopfschmerzen und wenn die Heizung aus ist, friere ich. Am liebsten würde ich ganz früh aus aufstehen, damit ich den ganzen Tag in seiner vollen Länge genießen kann. Mein Wecker klingelt und ich mache den einfach aus. Ohne Rücksicht auf mein Vorhaben. Es gibt so viele "ich muss" und so wenig für meine "ich will".
Schon vor ein paar Wochen sind diese Bilder entstanden und ich komme erst dazu, sie zu zeigen))
Schönen und ruhigen Sonntag noch euch allen, die auch nicht wissen was sie wollen, aber ganz genau wissen, was sie nicht wollen.

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